Die Geschichte des Klosters Mariensee

1214 Das Kloster Mariensee wird als Stiftung des Grafen Bernhards II. von Wölpe errichtet; die erste urkundliche Erwähnung des Klosters findet sich bereits 1207. Die Nonnen leben nach den Regeln des Zisterzienserordens.

1455 Die Windesheimer Reform erreicht das Kloster; trotz Widerstandes der Nonnen werden strengere Klausur und ein neues Frömmigkeitsideal durchgesetzt.

1522 Die lateinische Gebetssammlung der Äbtissin Odilie von Ahlden wird vollendet.

1540 – 1545 Elisabeth von Braunschweig-Lüneburg übernimmt für ihren Sohn Erich II. die vormundschaftliche Regierung des Fürstentums Calenberg-Göttingen.

1543 Herzogin Elisabeth erlässt eine evangelischen Kirchen- und Klosterordnung für das Fürstentum Calenberg-Göttingen. Die Klöster bestehen als evangelische Einrichtungen weiter.

1588 Anlässlich einer Visitation zeigt sich der Marienseer Konvent einig im Bekenntnis zum lutherischen Glauben.

1627 Während des 30jährigen Krieges wird das Kloster Mariensee geplündert, die Konventsgebäude werden weitgehend zerstört.

1726 – 1729 Der Neubau des Konventsgebäude wird vollendet.

1737 Für die Konventualinnen wird eine eigene Haushaltsführung mit Dienstboten möglich.

1847 Die Ausübung des täglichen Chorgebets wird freigestellt, nur die regelmäßige Teilnahme an den Gemeindegottesdiensten bleibt verbindlich.

1867  Die Kirche wird durch einen Schüler Conrad Hases neugotisch ausgestattet und erhält eine romantische Ernst-Wilhelm Meyer-Orgel. Die ursprüngliche Nonnen-, spätere Damenempore wird in das Konventsgebäude verlegt.  

1880 Eine sog. Warteschule wird im Kloster Mariensee gegründet; sie besteht als Kindergarten in Trägerschaft der ev.-luth. Kirchengemeinde noch heute.

1933 – 1945 Die Zeit des Nationalsozialismus bringt einschneidende Veränderungen in der Klosterordnung. Dank personeller Kontinuität im Kloster und in der Leitung der Klosterkammer übersteht das Kloster diese Zeit aber weitgehend unbeschadet.

nach 1945 Die Konventualinnen nehmen bis zu 200 Flüchtlinge auf.

seit 1970 Es finden regelmäßig Führungen durch das Kloster statt, bald auch Konzerte und Vortragsveranstaltungen.

1972 Die neue, noch heute gültige Klosterordnung ergänzt den Stiftungszweck aus der Reformationszeit - Übernahme geistlicher, kultureller und sozialer Aufgaben - um die Aspekte Traditionspflege und Denkmalsschutz. Auch soll das Gemeinschaftsleben in den Klöstern wieder stärker betont werden.

1996 Reste eines ehemaligen Kreuzgangs werden entdeckt.

2001 Die Klosterkammer Hannover lässt im Dachgeschoß das Klahn-Museum bauen.

seit 2003 Der Konvent lädt zu Tagzeitengebeten ein.

2007 Anlässlich der 800-Jahr-Feier wird das Museum zur Geschichte des Klosters und evangelischer Frauenklöster in Norddeutschland eröffnet.

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Gebetbuch der Äbtissin Odilie von Ahlden, 1522
Gebetbuch der Äbtissin
Odilie von Ahlden, 1522

 
1510 - 1558: Elisabeth von Calenberg
1510 - 1558: Elisabeth von Calenberg

 
1726 - 1729: Neubau des Konventsgebäudes
1726 - 1729: Neubau des Konventsgebäudes

 
Die Warteschule um 1900
Die Warteschule um 1900

 
Abendgebet in der Klosterkirche
Abendgebet in der Klosterkirche